Titel
Fotoexkursion

POLEN | Ansitzfotografie in den Waldkarpaten - Im Reich der Adler, Bären und Wölfe

Sonderausgabe 2022

Mit NATURBLICK der Natur auf der Spur! Entdecken Sie unsere neue kostenloste Sonderausgabe direkt zum Blättern oder zum Runterladen.

Zur Sonderausgabe
Sonderausgabe 2022 Coverbild
Einleitung:

Schreiadler, Steinadler, Braunbären und gute Chancen auf Wölfe. In den Waldkarpaten erstrecken sich über mehrere tausend Hektar die größten urwald- ähnlichen Naturwald-Areale Zentraleuropas. Sie liegen auf dem Gebiet von Polen, der Slowakei, der Ukraine und von Rumänien. Unsere Ansitzhütten befinden sich im polnischen Teil der Region, in unmittelbarer Nähe zum Bieszczady-Nationalpark.

Fotoexkursion anfragen
Details:

Preis:
Preis p/P. im DZ 1.800,– € Einzelzimmer-Zuschlag 100,– €
Reiseziel:
Waldkarpaten, Polen
Teilnehmerzahl:
4 bis maximal 7 Personen
Reisedatum:
23.05. – 30.05.2022
01.08. – 08.08.2022
Anreise:
Eigene Anreise bis Flughafen in Rzeszow/Polen.
Zusatzinfos:

  • Bieszczady ist eine Mittelgebirgslandschaft in Südpolen und den angrenzenden Gebieten in der Slowakei und der Ukraine.
  • Im engeren Sinne bezeichnet Bieszczady einen Teil der zu Polen und der Slowakei gehörenden Ostbeskiden (Bieszczady in Polen, Bukovské vrchy in der Slowakei). Weil sie dicht bewaldet sind, werden die Ostbeskiden auch als Waldkarpaten bezeichnet.
Leistungen:

  • 7 Übernachtungen im Ferienhaus im Doppelzimmer (Einzelbelegung im Doppelzimmer gegen Aufpreis möglich). Das Bad/WC wird geteilt.
  • Frühstück im Ferienhaus
  • für den Ansitz: Lunchpaket, eine Thermoskanne wahlweise mit Kaffee oder Tee
  • alle Transfers vor Ort
  • Transfer vom/zum Bahnhof oder Flughafen in Rzeszow (RZE)
  • auf Anfrage: kostenlose Leihstellung von Kugelköpfen aus dem Sortiment von Novoflex sowie Fluidköpfen (in begrenzter Anzahl) von Gitzo, Manfrotto, Sachtler
  • auf Anfrage: kostenlose Leihstellung von Stativen (Gitzo, Manfrotto, Berlebach, Sachtler)
  • ortskundige und fotografische Betreuung durch den Naturfotografen Peter Scherbuk während der gesamten Exkursion
  • 6 Ansitze in geräumigen und gemütlichen Ansitzhütten. Es stehen uns mehrere Ansitzhütten zur Verfügung!
  • Sollte die erforderliche Teilnehmerzahl von 4 Personen nicht erreicht werden, können wir diese Exkursion leider nicht durchführen.
  • Änderungen vorbehalten
Nicht enthalten:

  • An- und Abreise nach/ab Rzeszow
  • nicht genannte Mahlzeiten (z. B. Abendessen im Restaurant) und Getränke, Trinkgelder, Persönliches, Reiserücktritts- und Reiseunfall-Versicherung
Fotos:

Beschreibung:

POLEN | Ansitzfotografie in den Waldkarpaten

Im Reich der Adler, Bären und Wölfe

Schreiadler, Steinadler, Braunbären und gute Chancen auf Wölfe

In den Waldkarpaten erstrecken sich über mehrere tausend Hektar die größten urwald-ähnlichen Naturwald-Areale Zentraleuropas. Sie liegen auf dem Gebiet von Polen, der Slowakei, der Ukraine und von Rumänien. Unsere Ansitzhütten befinden sich im polnischen Teil der Region, in unmittelbarer Nähe zum Bieszczady-Nationalpark.

Die Waldkarpaten sind ohne Zweifel eines der letzten Wildnisgebiete Europas. Dort sind Tiere heimisch, die vielerorts selten geworden sind oder gar als ausgestorben gelten. Es ist eine Region, in der die Menschen ihre Naturverbundenheit in die Wiege gelegt bekamen. Sie wissen mit der Natur umzugehen und leben nach ihren Gesetzen. 

Der Tourismus hat auch diese einzigartige Region erreicht. Jahr für Jahr kommen mehr naturverbundene Gäste in die Waldkarpaten auf der Suche nach Erholung. Die inheimischen haben begriffen, dass sie von dieser Entwicklung profitieren können.

Und die Tierwelt zeigt sich davon unbeeindruckt, denn die Weite ist enorm – es gibt immer noch genügend Rückzugsgebiete für den Bären, den Luchs, das Rotwild und den Wolf. 

Mit NATURBLICK haben Sie die Möglichkeit, die Tierwelt der Waldkarpaten hautnah zu erleben. Unsere Ansitzhütten stehen in wildreichen Gebieten und bieten die besten Voraussetzungen für Tierbeobachtungen. Sie sind auf die Bedürfnisse von Fotografen und Naturfilmern ausgelegt.

Die Fotoverstecke sind schallgedämmt und wärmeisoliert. Von innen sind sie komplett – auch an den Wänden – mit Teppichen ausgekleidet. Sie sind geräumig und bieten genügend Platz, um hin und wieder aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Die Stühle sind sehr bequem und lassen sich beinahe in Liegeposition bringen. So macht das Warten richtig Spaß. Für den Fall der Fälle befindet sich in der Ansitzhütte eine separate abschließbare Nische, die als Toilette dient; dort ist eine Campingtoilette vorhanden.

Für die Ansitze wird kein Stativ benötigt. Unterhalb der Objektivöffnung ist eine Art Fensterbank angebracht, auf der der Stativkopf befestigt werden kann. Jeder Fotograf hat etwa anderthalb Meter Platz zur Verfügung. Oberhalb der Objektivöffnung befindet sich ein ziemlich großes Fenster – so hat man gute Sicht und weiß immer, was draußen vor dem Ansitz vor sich geht.

Der Ablauf einer Ansitz-Fotowoche 

in den wärmeren Jahreszeiten

In den wärmeren Jahreszeiten beginnt der Ansitz im Laufe des Nachmittags zwischen 14.00 und 16.00 Uhr. Wir bleiben über Nacht in den Ansitzhütten. Auf Schlaf muss man nicht verzichten, denn für jeden Teilnehmer ist eine Matratze vorhanden. Decken und Schlafsäcke können vor Ort geliehen werden. Dennoch empfehlen wir, für den Ansitz einen eigenen Schlafsack mitzubringen. Abgeholt werden wir am nächsten Morgen je nach ichtverhältnissen zwischen 08.00 und 10.00 Uhr.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass wir zur besten Fotozeit im Abend- und Morgenlicht direkt an Ort und Stelle sind. Nachts kann man zwar nicht fotografieren, aber oft ist die Geräuschkulisse aufregend und spannend, etwa wenn wir in der Dunkelheit die Wölfe heulen hören. Im Sommer sind die Nächte relativ kurz und die Dämmerungszeiten enorm lang. Tagsüber, wenn die Sonne höher steht, ist das Licht aus fotografischer Sicht nicht mehr einladend. Gegen Mittag fahren wir in ein Restaurant zum Mittagessen. Den Rest der freien Zeit verbringen wir in unserem Quartier. Wer noch nicht genug hat, kann in dieser Zeit die Gegend erkunden. Wir wohnen am Rand eines kleinen Dorfes unmittelbar an einem Fluss.

Alternativ zum Ansitzen bieten wir Ihnen auch Ausflüge in die nächste Umgebung an. Das würde bedeuten, dass Sie in unserem Quartier übernachten und vor Sonnenaufgang in die Landschaft ziehen. Herrliche Sonnenaufgänge erwarten Sie; an interessanten Plätzen, zum Beispiel am Fluss, kann man sich niederlassen und abwarten, was sich zeigt. Mit etwas Glück tauchen Wisente, Rotwild oder Schwarzwild, aber auch Bären oder Wölfe auf. Spätestens gegen 10.00 Uhr kehren Sie von Ihrer Fotoexkursion zurück. Sie werden entweder von unserem einheimischen Guide oder von Peter Scherbuk begleitet.

Wir wissen nie, was passiert und welche Tiere kommen werden – das gilt für den Ansitz im Fotoversteck genauso wie für den Ausflug in die Landschaft. Bitte vergessen Sie nicht: 

Wir befinden uns zu 100 Prozent in der freien Wildbahn!

Rückblick
Ansitzfotografie in den Waldkarpaten

Von Dr. Klaus Thomalla

Die Waldkarpaten, deren Name (rumänisch: Carpaţii) sich vermutlich vom indogermanischen „kar“ (loben) oder vom albanischen „karpe“ (Fels) ableitet, gehören heute zu denjenigen Gebieten Europas, die am wenigsten besiedelt sind, weil nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Siedlungen zerstört und deren Einwohner vertrieben wurden. Die polnische Regierung zwang 1947 die Volksstämme der Bojken und Lemken, die Region zu verlassen. 

Von heute auf morgen mussten 35.000 Menschen im Rahmen dieser „Aktion Weichsel“ genannten Deportation Haus und Hof verlassen. Für die Menschen waren diese Zwangsumsiedlungen ein Drama, für die Natur ergab sich daraus eine Chance. Zahlreiche Wildtiere konnten sich durch den hier entstandenen Waldreichtum einen Rückzugsraum erhalten. Daher finden sich hier noch die „Big Five“ der europäischen Wälder: Bär, Wisent, Wolf, Luchs und Steinadler, die im übrigen Mitteleuropa zumeist ausgestorben sind.

Die Landschaft ist geprägt von Buchen-, Ahorn- und Fichtenwäldern, die dicht gewachsen sind und deren Baumgrenze sich oberhalb von tausend Metern über dem Meeresspiegel befindet. Auf den Höhen gibt es grasbedeckte Bergweiden, genannt „Polonina“, was aus dem 

altslawischen Wort „plonina“ (Einöde, Wildnis) abzuleiten ist, die einen weiten Blick über die umliegenden Bergketten gewähren. Wir können noch etwas von ihr bewundern: von der Farbenpracht im Herbst, deren Überbleibsel uns mit bunten Tönen empfängt. 

Sicher hatten wir alle die Erwartung, einen Wolf oder einen Bären vor die Linse zu bekommen. Doch bis dahin sollte es noch etwas dauern. Freilich bietet der Platz die hervorragende Gelegenheit, alle möglichen Vogelbeobachtungen zu machen: Eichelhäher, Elstern, Sperber, Habicht und Bussard stellen sich immer wieder ein und fliegen den Futterplatz an.

Während es mir nach kurzer Zeit langweilig scheint, immer wieder bloß sitzende Vögel abzulichten, stellt es sich als ungleich größere Herausforderung dar, diese im Flug zu 

erwischen. Ich nutze also die Zeit, um Aktionsbilder zu machen. Fliegende und kämpfende Eichelhäher, streitende Bussarde, ein angreifender Habicht: Sie alle lassen sich aus dem Versteck ausgezeichnet fotografieren.

Doch dann geschieht es doch: Ein Wolf überquert die Wiese. Schnell suche ich durch das Teleobjektiv den Waldrand ab und finde ihn: meinen ersten Wolf in freier Wildbahn, der 

die Wiese überquert. Er äugt  vorsichtig in Richtung unseres Ansitzes, vielleicht irritiert durch die klickenden Auslösegeräusche der Spiegelreflexkameras.

Der einsame Wolf, vielleicht ein „Späher“ des in der Umgebung sich aufhaltenden Rudels, ist der erste Streich. Doch dabei bleibt es nicht! Es ist am letzten Abend zu fortgeschrittener Stunde nach 17 Uhr, als durch das Dickicht des an die Wiese angrenzenden Waldes ein großer Braunbär heraustritt. Was für ein Erlebnis! Spätestens jetzt bin ich froh, geschützt und unsichtbar im Versteck zu sitzen.

Inzwischen ist es dunkel geworden, weshalb ich mit 6400 ISO arbeite und bei Blende 4 der 600er-Linse mit 1/60 bis 1/125 Sekunde auskommen muss. Nicht die optimalsten Voraus-

setzungen, um gute Bilder zu machen! Schließlich gelingen mir doch einige Aufnahmen; nicht perfekt, aber für die Umstände ganz ordentlich.

Zuletzt richtet sich der Bär noch einmal auf, indem er sich auf die Hinterläufe stellt und blickt ins Tal hinab, von wo er offenbar etwas vernommen hat. Dann läuft er über die Wiese und verschwindet den Wald.

Anfragen: